Sollen Menschen mit Demenz ihre Diagnose erfahren?

Diese Frage kann nicht einfach mit ja oder nein beantwortet werden. Natürlich ist eine solche Diagnose, genau wie bei anderen Erkrankungen (z. B. Krebs) zunächst ein Schock. Auf der anderen Seite hilft sie dabei, bestimmte Fehlleistungen zu verstehen oder frühzeitig Entscheidungen treffen zu können – insofern der Betroffene sich im Frühstadium der Erkrankung befindet. Grundsätzlich hat ein Betroffener ein Recht darauf, seine Diagnose zu erfahren. Wie detailliert er darüber aufgeklärt werden soll, könnte davon abhängig gemacht werden, wie er auch sonst im Leben mit Krisensituationen umgegangen ist und welche Haltung der Mensch diesen Dingen gegenüber hatte.

Dazu ist es sinnvoll, die Angehörigen in die Entscheidung bzw. Aufklärung über die Diagnose mit einzubeziehen. Grundsätzlich denken wir von Leben mit Demenz e. V., dass die Diagnose Demenz zunächst eine Krise ist, aber in welche Richtung sie sich entwickelt – ob Drama oder gestaltbares Schicksal – hängt sehr davon ab, welche Möglichkeiten die Betroffenen haben bzw. bekommen, damit umzugehen.

Quelle: www.deutsche-alzheimer.de/demenz-wissen