Bildhauerprojekte 2013 / 2015

Projekt Skulptur "Lieblingsstücke"

Jugendliche und Menschen mit Demenz erschaffen ein Kunstwerk für den öffentlichen Raum.

Die Idee: Die handwerklichen und künstlerischen Aktivitäten von Menschen mit und ohne Demenz werden miteinander verknüpft und die Akteure (jung und alt) schaffen gemeinsam eine Skulptur, die nach ihrer Fertigstellung an einem allen Menschen zugänglichen öffentlichen Ort ausgestellt wird und dort einen dauerhaften Platz findet. Dieser Ort – der Botanische Garten in Minden – soll Anziehungspunkt sein für Spaziergänger/innen (perspektivisch auch im Rahmen von Stadtführungen bzw. von Stadtrundgängen zum Thema Menschen mit Demenz in Minden). Der Ort und das Kunstwerk selbst sollen Besucher zum Verweilen einladen, Begegnungen und Gespräche über das Thema Demenz fördern.

Die Teilnehmer/innen arbeiteten gemeinsam zum Thema „Lieblingsstücke“. Sie erstellten jeweils ihr Lieblingsstück aus Stein sowie eine Baumgestalt mit einem Geäst aus Metall. Auf dem Geäst wurden die einzelnen „Lieblingsstücke“ befestigt, so dass aus den individuellen Einzelstücken eine Gesamtskulptur entstand. Dazu gestaltete die Gruppe gemeinsam einen Findling – worauf die Baumgestalt mit dem Metallgeäst gesetzt wurde – und des weiteren Sitzsteine, die die Skulptur umgeben.

Die Höhe der Skulptur beträgt insgesamt ca. 1,60 Meter.
Der Durchmesser der Gesamtskulptur beträgt ca. drei Meter.

Im Vorfeld des Weltalzheimertages und als Auftakt der Veranstaltungen anlässlich des zehnjährigen Vereinsjubiläums fand am Sonntag, den 20. September 2015 im Botanischen Garten in Minden die feierliche Enthüllung der Skulptur „Lieblingsstücke“ statt.

Weitere Details

Mit einer gemeinsamen Fahrt aller Beteiligten und Unterstützer zum Baumberger Sandsteinmuseum wurde das Projekt im März 2016 abgeschlossen.
Das Projekt wurde durch die Dr. Strothmann-Stiftung gefördert.
Der Verein Leben mit Demenz unterstützte das Projekt zusätzlich mit Geldern, die er durch mehrere Anlassspenden (Trauerfälle) erhalten hatte. Damit war der Wunsch verbunden, mit dem Geld etwas Bleibendes zu schaffen.

Lieblingsstueck 2

6 Kreuzblumen für St. Marien

Nach langer “Bautätigkeit” und zahlreichen Steinbildhauer-Workshops fanden am 07. Juli 2013 ein Festgottesdienst und die Enthüllung der Kreuzblumen in Gegenwart der Künstler und Sponsoren statt.
Das Projekt „Sechs Kreuzblumen für St. Marien“ wurde angeregt durch eine Ausstellung mit Steinkunstarbeiten von Menschen mit einer Demenzerkrankung im Frühstadium, die anlässlich des Weltalzheimertags vom 6. bis 25. September 2009 in der Sakristei der Marienkirche gezeigt wurde.
Die große Fähigkeit, sich gestalterisch ausdrücken bzw. mitteilen zu können, hat tief beeindruckt. Sichtbar wurde: Menschen mit einer Demenzerkrankung können das Leben in der Gemeinde bereichern, wenn gesunde Menschen dafür geeignete Rahmenbedingungen schaffen.

Mit dem ungewöhnlichen Projekt sollte gezeigt werden, dass Demenz eine gemeinschaftliche Aufgabe ist und nicht ausschließlich ein persönliches Problem.
Das Kreuz ist ein öffentliches Symbol und durch die Arbeit an den Kreuzblumen wurde Demenz zu einem öffentlichen Thema gemacht. Das Projekt hat Betroffenen und ihren Familien dabei geholfen, das Kreuz der Demenz zu tragen. Zugleich zeigte die Kooperation von Kirche, Kunst und Leben mit Demenz, dass durch schöpferische Tätigkeit aus Kreuz-Situationen gutes Neues entstehen kann.
Die Demenz führt in das Vergessen – die Kreuzblumen jedoch bleiben als Zeichen der Erinnerung. Weitere Informationen zu dem Projekt gibt das Faltblatt „Erinnern und Vergessen“

Flyer Erinnern und Vergessen

Kreuzblumen 1